Umgang mit Krisen

Wir alle kennen Krisen, entweder von uns selbst, oder von nahen Menschen. Alles scheint sich zu verändern, es herrscht ein Gefühl von Chaos und Bodenlosigkeit. Krisen sind aber auch Möglichkeiten, um aufzuräumen, um Dinge zu verändern, die uns nicht gut tun. Nach einer Krise kann es daher gut möglich sein, dass es uns besser geht als zuvor, weil wir uns positiv verändert haben.

Was ist eine Krise?

Eine Krise ist die Überforderung eines gewohnten Verhaltens, es ist gemeinhin der Höhepunkt einer sich zuspitzenden Situation, der wir nicht mehr gewachsen sind.

Jeder Krise wohnt eine Veränderung der vorausgehenden Lebensumstände inne. Krisen sind subjektiv und man kann von außen schwer erfassen, ob bestimmte Umstände einen Menschen in eine Krise stürzen oder nicht.

Im Grunde genommen entsteht eine Krise als Reibung zu unserem Verhalten: wenn wir uns mit unseren Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien nicht mehr in der Lage sehen auf Veränderungen in der Umwelt zu reagieren. Das kann im endgültigsten Fall der Tod einer nahen Person sein, aber auch Kündigung, Wohnungsverlust, Beziehungsverlust, Umzug, Scheitern in allen Gebieten, oder auch neue Lebensabschnitte sein.

Wie spüre ich eine Krise?

Wie merken wir, dass wir uns in einer Krise befinden? Wir befinden uns nicht mehr in unserer Komfortzone, wir grübeln, haben Schlafschwierigkeiten, sind über-erregt oder depressiv, sehr aufgeregt und vielleicht auch aggressiv. Manchmal verlieren wir auch unser Persönlichkeitsgefühl, spüren uns nicht mehr richtig.

Auch eine kognitive Verwirrtheit, Verlust von Konzentration und innerer Ruhe sind Anzeichen.

Auf der körperlichen Ebene können in allen Bereichen Störungen und Krankheiten auftreten. Ganz nach dem Motto:

Seele zum Körper: „Red du mal mit ihr, auf mich hört sie nicht“

Körper zur Seele: „Ich werde krank werden, dann hat sie Zeit auf dich zu hören“

Wie kann ich mit der Krise umgehen?

Jede Krise erfordert ihren eigenen, angemessenen Umgang. So gibt es Krisen, in denen wir besser den Beistand von Freunden, der Familie, Ärzten und Psychologinnen annehmen und Krisen, die wir durchaus alleine meistern.

Schön finde ich die folgenden drei Schritte, die man beherzigen kann, sollte man sich im Auge des Taifuns befinden und sich dennoch selbst helfen möchte:

 

  1. Erkennen und annehmen, was da ist (Bewusstwerdung)
  2. Informationen sammeln, sich informieren und vernetzen (Aktion)
  3. Sinn in der Angelegenheit suchen, worum geht es wirklich, Krankheitsgewinn (Sinn)

 

Am Anfang steht das Bewusstsein, die Einsicht in die Tatsache, dass es uns momentan schlecht geht, dass sich die Dinge unserer Kontrolle entziehen. Nur aufgrund unserer Ehrlichkeit der Situation gegenüber können wir überhaupt etwas tun.

 

Dann ist es wichtig das Gefühl zu bekommen nicht ausgeliefert zu sein, etwas tun zu können. Gerade bei schlimmen Krankheiten wie Krebs oder bei Verlust eines Menschen ist es essentiell sich vor dem Thema nicht abzuwenden. Also heißt es: sich informieren, vernetzen, darüber sprechen. Das ist ein Tun, das ist Aktivität und wir durchbrechen damit das Ohnmachtsgefühl nichts tun zu können.

 

Am Ende ist es wichtig nach der Botschaft, dem inneren Sinn unserer Krise zu forschen. Warum passiert mir das gerade jetzt? Warum überhaupt mir? Was für Themen verbergen sich dahinter? Will ich mir damit etwas sagen? War ich unaufmerksam meiner Seele gegenüber? Oder gibt es einen Weg, den ich nun einschlage, der gut für mich ist und den ich ohne die Krise nie eingeschlagen hätte?

 

So undankbar Krankheit, Tod, Scheitern und Verlust sind, sie sind mächtige Hebel in unserer Trägheit. Wir würden uns vermutlich kaum verändern, wenn wir nicht müssten.

Und in der Veränderung liegt die Kraft des Neubeginns, einer Geburt. Diese vitalen Energien sind es, welche durch Krisen in unser Leben kommen.

 

Wenn ich auch niemanden eine Krise wünsche, so doch zumindest einen guten, konstruktiven Umgang damit.

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