Liebe im Horoskop

 

Liebe als Bindungsfähigkeit

Kaum etwas bewegt uns Menschen so sehr wie die Frage nach der Liebe: die Liebe mit all ihren Irrungen und Wirrungen ist sicherlich das Hauptthema in Film und Literatur, Musik und Psychologie. Es geht um den Schmerz von unerwiderter Liebe, Trennungen und euphorische Verliebtheit, um Eifersucht und Einsamkeit. Die Songs im Radio sind voll damit, eigentlich wird hier seit den Beatles nichts Neues mehr durchgearbeitet.

Liebe als individuelles und gesellschaftliches Phänomen ist so wichtig, das wir uns tatsächlich gar nicht genug damit beschäftigen können. Basiert nicht auch das Christentum, das zumindest hierzulande die grundlegenden Werte des gesellschaftlichen Zusammenseins stark geprägt hat (auch für Atheisten) auf der Liebe, der Nächstenliebe?

Was aber ist das, die Liebe? Ist sie nun ein Gefühl, oder eine Haltung?

Im Grunde geht es bei dem Thema Liebe um unsere Fähigkeit uns mit anderen Menschen tiefgründig, langfristig und offen zu verbinden. Es ist unser Ventil nach außen, unser Verbindungskabel und dadurch eine der wenigen Möglichkeiten uns zu verändern, transformiert zu werden, indem wir das Andere, das Fremde in uns 'annehmend' aufnehmen. Transformiert zu werden bedeutet zu wachsen, während nicht zu wachsen Stagnation bedeutet. Die enorme Bedeutung der Fähigkeit sich liebend mit seiner Umwelt zu verbinden wird hier deutlich.

 

Schicksal oder nicht?

Und obwohl die Liebe als Fähigkeit sich zu verbinden so wichtig ist wird das Thema Bindungsfähigkeit, Beziehungen und Liebe gerne delegiert: an das vertrackte Elternhaus, die schlechten Erfahrungen in der Jugend oder Kindheit, an das spröde Umfeld, das einfach keine passenden Partner bereitstellt, an fiese Exfreunde und -Freundinnen, die uns verlassen und damit verkorkst haben. Oder eben an das Schicksal: das ist von ganz oben so bestimmt, dass ich Schwierigkeiten in Beziehungen immer wieder erlebe, das soll wohl so sein.

Dabei können wir uns selber sehr viel helfen, indem wir uns fragen: wer passt zu mir? Mit welchem Menschen werde ich glücklich? Was kann ich selber aktiv tun, um immergleiche Beziehungsszenarien zu verändern, die mir nicht gut tun?

Auf welche Menschen fliege ich besonders, wer erscheint mir attraktiv und was steckt dahinter?

 

Unser eigenes Liebes-Muster erkennen

Kennen wir uns besser aus mit unseren eigenen Liebes-Mustern, dann können wir durchaus tiefere und befreiendere Partnerschaften anstreben als wir das vielleicht bisher getan haben.

Mit Hilfe der psychologischen Astrologie können wir im Horoskop nach diesen Mustern suchen, die unsere Beziehungen und Partnerschaften betreffen. Wir können auch sehen, welche Eigenschaften uns bei anderen attraktiv erscheinen.

Denn es ist natürlich hilfreich zu wissen, wie man oder frau im Bereich Liebe tickt, damit sich nicht immer dieselben Schwierigkeiten einschleichen.

 

Partnersuchbild und Beziehungs-Kater

Wer kennt das nicht – der neue Mann, die neue Frau sind diesmal ganz bestimmt passend, was wir an so vielen Ähnlichkeiten, an tiefen Gefühlen der Vertrautheit und dem verliebten Kribbeln zu erkennen meinen. Hatten wir nicht so oft gleiche Gedanken? Passen seine/ ihre Hobbies nicht haargenau zu meinen? Stimmen unsere Seelen nicht eine perfekte Harmonie miteinander ein?

Diese Euphorie der ersten Wochen und Monate kennen die meisten. Und auch den Beziehungs-Kater nach der ersten Erkenntnis, dass der andere doch nicht unseren geheimsten Partnerschaftswünschen, oder unserem Partnersuchbild entspricht.

Der erste Suchfilter ist der Typ Frau oder Mann, die wir immer wieder anvisieren. Im Horoskop ist das erkennbar an Sonne, Mond, Venus und Mars und ihren jeweiligen Positionen und Aspekten.

 

Tim beispielsweise hat seine Venus im Löwen und fühlt sich zu herausragenden, strahlenden und sehr lebensfrohen Frauen hingezogen. Judith hingegen, mit ihrem Mars im Zeichen Jungfrau, bevorzugt praktische Fähigkeiten und eine nüchterne Sicht auf die Dinge bei ihrem Traumpartner.

Der zweite Suchfilter ist unser Beziehungsmuster, das wir unbewusst anstreben. Dieses Muster erkennen wir anhand des 7. Hauses.

 

 

Unser Beziehungs-Modus: das 7. Haus

Das 7. Haus steht in der Radix gegenüber dem Aszendenten. Während der Aszendent anzeigt, wie wir auf andere wirken, wie wir spontan mit anderen in Kontakt treten, so weist das 7. Haus auf unsere unbewusste Haltung gegenüber unseren Beziehungen hin.

Jedes der 12 Tierkreiszeichen im 7. Haus verweist auf eine andere Art und Weise in Beziehung mit einem Menschen zu treten. Feuerzeichen mögen die Auseinandersetzung und die emotionale wie auch körperliche Intensität. Erdzeichen schätzen Bodenständigkeit und Pflichtbewusstsein beim Partner. Wasserzeichen brauchen Vertrauen, Kuscheln, eine Projektionsfläche für ihre Sehnsüchte. Luftzeichen im 7. Haus hingegen wollen es nicht zu eng in ihrer Beziehung haben und sind offen für verschiedene Partnerschaftskonzepte.

 

Partnersuchbild und Beziehungsmodus im Gegensatz zueinander

Was ist aber, wenn der Partnersuch-Modus nicht zu unserem Beziehungs-Modus passt?

Bleiben wir bei den beiden Beispielen. Tim mit der Sehnsucht zur glänzenden Vorzeigefrau hat vielleicht sein 7. Haus im Zeichen Wassermann und fühlt sich sehr schnell eingeengt in seiner Beziehung und er verachtet auch gängige Beziehungsmodelle und alles was vorhersehbar ist. Seine sinnliche und strahlende Löwe-Partnerin braucht aber vielleicht (Löwe-typisch) viel Beachtung und Anerkennung, mag es ihren Status darzustellen und gibt gerne an mit dem was sie hat und ist. Das passt dann nicht so gut zusammen.

Judith aus unserem Beispiel steht auf den geerdeten und unauffälligen Mann, hat dann aber vielleicht ihr 7. Haus im Zeichen Widder – das bedeutet, dass sie innerhalb ihrer Beziehung immer wieder Momente schaffen muss, die intensiv, leidenschaftlich und konkurrenzbetont sind. Das sind Eigenschaften, die ein Jungfrau-betonter Mann nicht mal so eben mit bringt.

Hier gilt es mit Hilfe der Horoskope beider Partner herauszuarbeiten, wie sie ihre Sehnsüchte leben können, ohne sich gegenseitig einzuschränken. Nicht immer ist das aber ideal zu lösen. Kompromisse müssen gefunden werden und auch an der eigenen Toleranz muss gearbeitet werden.

 

 

Wie wir Gegensätze unter einen Hut bringen können

Generell gilt: alles, was wir in unserem Horoskop vorfinden möchte im Laufe des Lebens gelebt werden, Ausdruck finden, aus der Verdrängung ans Licht gelangen.

Wenn es auch viele unterschiedliche Aspekte innerhalb eines Horoskops geben kann - was sich vor allem an Problemen im tagtäglichen Erleben zeigt - dann gilt es für uns herauszufinden, wie wir unseren scheinbar unvereinbaren Charaktereigenschaften gerecht werden können.

Wenn man mit sich selbst ehrlich ist, seine 'Macken', die eigene Art Beziehungen zu leben und das Partnersuchbild kennt, dann kann man Möglichkeiten finden alles unter einen Hut zu bringen.

 

So könnte Tim seine bezaubernde Frau auf Partys glänzen lassen, sich selbst aber im Hintergrund halten, während sie Zuhause Tim viele Freiheiten lässt, damit er sich nicht eingeengt fühlt.

Judith kann sich mit ihrem pragmatischen Mann vielleicht im Bereich Sport oder Leistung immer wieder spielerisch messen, so dass ihre Lust auf Leidenschaft auch ein Ventil findet. Zuhause darf sie dann in den Genuss des lebenspraktischen und vernunftbetonten Mannes kommen, der ihr den Alltag erleichtert.

 

Und wie sieht es mit Ihren Beziehungsmustern aus?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0